Stromversorgung und Klimatisierung im IT-Channel – Fokus aus IT-Business
Quelle: https://www.it-business.de/ganzheitlicher-schutz-fuer-klima-und-it-a-991808/
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Ob in Cloud-Umgebungen, im unternehmenseigenen Rechenzentrum oder im Homeoffice – eine stabile Stromversorgung ist die Grundlage für einen sicheren IT-Betrieb. Gleichzeitig wächst der Druck, nachhaltiger zu wirtschaften und Energie effizienter einzusetzen. Ein ganzheitliches Konzept aus unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) und intelligenter Klimatisierung verbindet IT-Sicherheit mit aktivem Klimaschutz.
Klimaziele erhöhen den Druck auf Energie und IT
Während andere Themen die öffentliche Debatte dominieren, bleiben die verschärften Klimaziele der EU oft im Hintergrund. Der Europäischer Rat hat das Treibhausgas-Minderungsziel von 40 auf 55 Prozent angehoben. Besonders der Stromsektor steht damit unter Zugzwang. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist notwendig, verändert jedoch die Struktur der Stromnetze grundlegend.
Diese Transformation kann die Stabilität der Energieversorgung beeinflussen. Bereits 2019 mussten kritische Situationen im Stromnetz durch kurzfristige Importe abgefedert werden. Für Unternehmen bedeutet das: Die Absicherung der eigenen IT-Infrastruktur wird wichtiger denn je.
Stromausfälle gefährden IT-Systeme und Daten
Ein Stromausfall kann massive Auswirkungen auf Server, Netzwerke und Speicherlösungen haben. Datenverluste, Systemausfälle und Produktionsstillstände sind mögliche Folgen. Laut dem Bericht „Managing The Impact Of Increasing Interconnectivity – Trends In Cyber Risk“ von Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) zählen technische Probleme und menschliche Fehler zu den häufigsten Ursachen für Schäden in der Cyberversicherung.
Betriebsunterbrechungen verursachen rund 60 Prozent der Schadenssummen. Hinzu kommen steigende Risiken durch dezentrale Arbeitsmodelle wie das Homeoffice. Parallel dazu steigen die Kosten für Ausfallzeiten deutlich. Der „Global Data Protection Index 2020 Snapshot“ von Dell Technologies beziffert die durchschnittlichen jährlichen Kosten für Ausfälle im Jahr 2019 auf rund 719.000 Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Datenwachstum erhöht die Anforderungen an Sicherheit
Unternehmen verwalten heute enorme Datenmengen. Innerhalb eines Jahres stieg das durchschnittliche Datenvolumen von 9,7 auf 13,5 Petabyte. Mehr Daten bedeuten jedoch auch mehr potenzielle Angriffsflächen und höhere Risiken bei Ausfällen.
Eine leistungsfähige IT-Sicherheitsstrategie muss deshalb Stromversorgung, Datensicherung und Infrastrukturplanung gemeinsam betrachten. Der Channel spielt dabei eine zentrale Rolle, indem er Unternehmen mit passgenauen Lösungen und zusätzlicher Beratung unterstützt.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) richtig dimensionieren
USV-Systeme schützen IT-Infrastrukturen vor Stromausfällen, Unter- und Überspannung sowie Frequenzschwankungen. Doch die richtige Dimensionierung ist entscheidend für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Als Faustregel gilt: Etwa zwei Drittel der Nennlast sollten als realer Verbrauch kalkuliert werden, da Systeme selten dauerhaft unter Volllast laufen. Eine präzise Planung verhindert unnötige Energiekosten und steigert die Effizienz.
Wichtig sind zudem realistische Herstellerangaben zur Effizienz von USV- und Klimasystemen. Laborwerte weichen häufig von den Bedingungen im tatsächlichen Rechenzentrumsbetrieb ab. Transparente Leistungsdaten helfen Betreibern, die optimale Lösung für ihre Infrastruktur zu wählen.
Energieeffiziente Klimatisierung im Rechenzentrum
Neben der Stromversorgung ist die Kühlung ein zentraler Faktor für den sicheren und nachhaltigen IT-Betrieb. Je nach Rechenzentrum entfallen 30 bis 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf die Klimatisierung.
Optimierte Kühlsysteme können die Energieeffizienz deutlich steigern. Technotrans SE empfiehlt, aktive Kühlung mit freier Kühlung über Außenluft zu kombinieren. So lassen sich bis zu 50 Prozent Energie einsparen.
Eine weitere Faustregel zeigt das Potenzial: Für jedes Grad höhere zulässige Durchschnittstemperatur können zwei bis fünf Prozent Kühlenergie eingespart werden. Moderne Rechenzentren arbeiten daher häufig mit Temperaturen um 25 Grad Celsius, sofern die Verfügbarkeitsanforderungen dies zulassen.
Vier Faktoren für die optimale Kühlstrategie
Bei der Auswahl einer passenden Klimatisierungslösung sollten Unternehmen folgende Aspekte berücksichtigen:
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Wärmelast durch Server- und Rechenleistung
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Klimatische Bedingungen wie Außentemperatur
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Investitionsbudget
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Anforderungen an Verfügbarkeit und Skalierbarkeit
Modulare und redundant ausgelegte Kühlsysteme erhöhen die Ausfallsicherheit. Fällt eine Einheit aus, übernehmen andere Systeme automatisch. Besonders in Colocation- und Cloud-Rechenzentren ist zudem ein lückenloses Monitoring von Temperatur und Luftfeuchtigkeit erforderlich.


















